Lebens­versich­erung

Altersvorsorge und Sicherheit für die Familie

Mit einer Lebensversicherung können Sie die private Altersvorsorge und einen wirksamen Hinterbliebenenschutz kombinieren. Abhängig von Ihrer persönlichen Anlagestrategie wählen Sie dabei zwischen einem sehr sicheren Kapitalaufbau mit garantierter Verzinsung und einer renditeorientierten Variante mit höheren Ertragschancen. Auch als reiner Hinterbliebenenschutz ist die Lebensversicherung erhältlich.

Allgemeine Infos

Bei der Lebensversicherung zahlen Sie als Versicherter monatlich einen bestimmten Beitrag in die Versicherung ein. Daraus wird einerseits die Todesfallleistung finanziert, andererseits Kapital für die finanzielle Versorgung im Alter aufgebaut. Dieses Kapital wird dann am Ende der Versicherungslaufzeit plus Rendite ausgezahlt. Allerdings betrifft das nur die Kapitallebensversicherung. Bei der Risikolebensversicherung sichern Sie nur den oder die Begünstigten für den Fall Ihres Todes ab. Ein solcher Todesfallschutz wird bei Vertragsabschluss mit dem Versicherer vereinbart. Experten empfehlen eine Versicherungssumme in Höhe von mindestens drei bis fünf Bruttojahreseinkommen.

Der Abschluss einer Risikolebensversicherung empfiehlt sich vor allem jungen Familien. Denn bei ihnen sind oft noch keine finanziellen Reserven vorhanden, wenn einer der beiden Partner stirbt. Das gilt insbesondere bei einem Haupt- oder Alleinverdiener. Tragen beide Partner zum Haushaltseinkommen bei, ist zudem der Abschluss eines Partnervertrags sinnvoll. Eine solche verbundene Versicherung ist günstiger als zwei Einzelverträge.

Die kapitalbildende Lebensversicherung ist sinnvoll, wenn Sie nicht nur eine Hinterbliebenenvorsorge wollen, sondern zusätzlich für das Alter vorsorgen möchten. Sie sollten allerdings bedenken, dass bei der klassischen Lebensversicherung der Garantiezins heutzutage nur noch bei 0,9 Prozent liegt. Das bedeutet, eine Rendite kann nur durch Überschüsse erzielt werden, die jedoch nicht garantiert werden. Wer eine fondsgebundene Lebensversicherung abschließen will, die auch in ertragsreichere Anlagen investiert, hat hingegen höhere Chancen auf eine lukrative Rendite. Diese Variante ist mit gewissen Risiken verbunden. Bei der Entscheidung zwischen klassischer und fondsgebundener Lebensversicherung sollten Sie daher unbedingt einen Vorsorgeexperten konsultieren. Auch der Abschluss einer Lebensversicherung ab 50 sollte mit einem Berater diskutiert werden.

Ihr Weg zur günstigen Lebensversicherung

Was sollten Sie bei Lebensversicherungen noch berücksichtigen?

Neben der Absicherung des Partners oder der Kinder wird eine Lebensversicherung, insbesondere Lebensversicherungen mit reinem Todesfallschutz, auch zur Kreditabsicherung genutzt. Bei größeren Darlehen wie Baufinanzierungen bestehen viele Banken sogar auf eine Risikolebensversicherung, damit die verbleibende Restschuld im Falle des Todes beglichen wird. Die Beiträge dieser Versicherung sinken nach und nach im gleichen Maße, wie sich die Restschuld verringert. Nicht selten wird eine Lebensversicherung beliehen, um beispielsweise in Zeiten der Arbeitslosigkeit die Raten für eine Immobilienfinanzierung weiter bezahlen zu können. Ein sogenanntes Policendarlehen stellt aber meist ein Minusgeschäft dar und sollte aus diesem Grund nur im Notfall in Anspruch genommen werden.

Lebensversicherungen können auf Hartz 4 angerechnet werden. Denn das eingezahlte Kapital gehört zu den verwertbaren Vermögenswerten. Allerdings muss die Versicherung beim Bezug von Sozialleistungen nicht in jedem Fall gekündigt werden. Das sogenannte Schonvermögen beträgt 750 Euro pro vollendetes Lebensjahr für geldwerte Ansprüche, die der Altersvorsorge dienen. Im Alter von 45 Jahren ergibt sich so beispielsweise eine Grenze von 33.750 Euro. Des Weiteren gelten bestimmte Härtefallregelungen, wonach die Lebensversicherung nicht gekündigt werden muss, wenn nur noch wenige Monate Hartz 4-Bezug bis zur Rente bestehen oder der Verlust als unzumutbar gilt. Hier gibt es jedoch keine eindeutige Gesetzgebung. Bei einem Verlust von 20 Prozent oder mehr des angesparten Kapitals kann man jedoch davon ausgehen, dass die Kündigung als nicht zumutbar angesehen wird und die Versicherung nicht auf Hartz 4 angerechnet wird.

Wenn Sie nach Lebensversicherungen suchen, werden Sie vielleicht auf den Begriff dynamische Lebensversicherung stoßen. Eine Dynamik bedeutet in den meisten Fällen eine kontinuierliche Anpassung der Beiträge, um die Versicherungsleistung im Laufe der Zeit zu erhöhen. Damit geht eine meist jährliche Beitragserhöhung einher. Daher sollten Sie diese Form der Lebensversicherung nur abschließen, wenn Sie sich sicher sind, die ansteigenden Kosten für die Versicherung tragen zu können.

Eine Frage, die sich immer wieder ergibt, ist, ob die Versicherung bei Suizid die Auszahlung der Lebensversicherung verweigern darf. Bis vor ein paar Jahren galt die sogenannte Selbsttötungsklausel tatsächlich für die gesamte Versicherungslaufzeit. Dann wurde beim Selbstmord des Versicherten nur der Rückkaufwert, also die bis dahin gezahlten Beiträge minus der Verwaltungskosten, ausgezahlt. Inzwischen gilt allerdings eine Karenzzeit von meist drei Jahren. Sind diese abgelaufen, leistet die Versicherung die gesamte Versicherungssumme.

Steuerliche Behandlung und Auszahlung der Lebensversicherung

Während der Laufzeit sind nur die Beiträge zur Risikolebensversicherung als Vorsorgeaufwand steuerlich absetzbar. Dabei gilt ein Maximalbeitrag von 1.900 Euro pro Jahr beziehungsweise 2.800 Euro für Selbstständige und Freiberufler. Allerdings gehören zu dieser Maximalgrenze auch andere Vorsorgeaufwände wie die gesetzliche Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung. In der Regel ist der Höchstbetrag dadurch bereits ausgeschöpft, so dass die Versicherung zum Schutz der Hinterbliebenen nicht mehr angerechnet wird.

Kapitallebensversicherungen sind seit 2005 nicht mehr in der Steuererklärung anrechenbar. Stattdessen bietet nun die Rürup-Rente Steuervorteile für Sparer. Da die Erträge aus einer Lebensversicherung erst bei der Auszahlung versteuert werden, ist dafür kein Freistellungsauftrag in der Ansparphase notwendig. 

Bei der Auszahlung müssen Sie die Kapitallebensversicherung versteuern. Nur der Ertragsanteil ist hierbei relevant. Unter bestimmten Bedingungen verringert sich bei neuen Verträgen die Steuerlast sogar nochmalig. So wird nur die Hälfte der Erträge steuerlich berücksichtigt, wenn der Beitragsanteil mindestens zur Hälfte für den Todesfallschutz aufgewendet wurde, der Vertrag zwölf Jahre oder länger lief und die Auszahlung erst nach dem vollendeten 62. Lebensjahr erfolgt. Zudem muss die Ablaufleistung in einem Einmalbetrag ausgezahlt werden.

Bei der Risikolebensversicherung gibt es verschiedene Möglichkeiten der steuerlichen Behandlung bei Auszahlung. Sind selbst als versicherte Person eingetragen, gehört die Leistung zu Ihrem Erbe, wodurch sich gegebenenfalls die Erbschaftssteuer erhöht. Das ist jedoch nur dann der Fall, wenn der jeweilige Freibetrag ausgeschöpft ist. Ehe- oder Lebenspartner haben beispielsweise einen Freibetrag von 500.000 Euro, zu dem auch Immobilien und andere Vermögenswerte hinzuzählen. Bei einem Partnervertrag, in den beide Partner als Versicherungsnehmer aufgelistet sind, verringert sich die Erbschaftssteuer um 50 Prozent. Gar keine Erbschaftssteuer wird fällig, wenn über Kreuz versichert wird. Das bedeutet, der Versicherungsnehmer und Begünstigte setzt jeweils den Partner als versicherte Person ein.

Ihr Weg zur günstigen Lebensversicherung

Gesundheitsprüfung

Lebensversicherungen ohne Gesundheitsprüfung sind nicht möglich. Denn die Beiträge der Versicherung richten sich nach Ihrem persönlichen Sterberisiko. Daher müssen bei der Lebensversicherung Gesundheitsfragen beantwortet werden. Diese umfassen Fragen zu Vorerkrankungen, dem Lebenswandel und Beruf sowie gegebenenfalls gefährlichen Hobbys. Unter Umständen kann der Versicherung den Antragssteller ablehnen. Dies ist zum Beispiel oft der Fall, wenn Depressionen vorliegen. Sind die Depressionen allerdings medikamentös sehr gut im Griff, ist bei manchen Anbietern eine Versicherung möglich. Wer als Raucher eine Lebensversicherung abschließen möchte, wird zwar nicht abgelehnt, muss jedoch mit deutlich erhöhten Beiträgen rechnen. Hören Sie mit dem Rauchen auf, können Sie nach einer Weile aber mit der Versicherung eine Neuberechnung der Beiträge vereinbaren.

Test, Vergleich und Anbieter

Vor dem Abschluss einer kapitalbildenden Lebensversicherung sollten Sie sich eingehend mit den verschiedenen Anbietern auseinandersetzen. Denn im Idealfall kann der Versicherer über Jahrzehnte hinweg die bestmöglichen Erträge erwirtschaften. Lebensversicherung Tests sind eine Möglichkeit, dabei einen Überblick zu erhalten. Die WirtschaftsWoche hat 2016 einen Lebensversicherung Vergleich von insgesamt 66 Versicherungsgesellschaften durchgeführt. 18 Anbieter konnten eine Spitzenbewertung erzielen. Unter anderem die besten vier Versicherer sind:

  • Europa
  • Debeka
  • CosmosDirekt
  • LVM

Die Lebensversicherung der Europa erreicht in unabhängigen Tests immer wieder den ersten Platz, so auch beim Vergleich der €uro (3/2015). Dort konnte sich auf dem zweiten Platz die Allianz Lebensversicherung durchsetzen. Ebenfalls Top-Positionen verbuchten Hannoversche, Targo und die Debeka Lebensversicherung. Welche der Testsieger sich für Sie persönlich empfehlen, können Sie in einem persönlichen Gespräch mit einem Berater klären.

Bei der Risikolebensversicherung kommt es nicht auf Finanzstärke und gute Erträge an, sondern möglichst niedrige Versicherungsbeiträge für die gewünschte Versicherungssumme. Daher wird hier in Tests oft nach günstigen Lebensversicherungen gesucht. Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) hat im Juni 2016 hier ebenfalls die Europa als Testsieger erkoren. In einer anderen Untersuchung aus dem Jahr 2016 hat das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der Risikolebensversicherer für verschiedene Berufsgruppen überprüft (Focus-Money 35/2016). Dort setzt sich die Europa erneut als Testsieger durch, aber auch Allianz, Canada Life und Continentale überzeugen.

Kündigen und Verkaufen

Wenn Sie keine Beiträge mehr in Ihren Vertrag investieren und die Lebensversicherung kündigen wollen, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Geht es Ihnen nur darum, Beiträge einzusparen, empfiehlt es sich oft, die Lebensversicherung beitragsfrei stellen zu lassen. Dann zahlen Sie keine Prämien, das bisher angesparte Kapital erzielt jedoch weiterhin Rendite. Eine Beitragsfreistellung ist vor allem bei älteren, sehr gut verzinsten Verträgen das Mittel der ersten Wahl. Problematisch ist es nur, wenn Sie die Kapitallebensversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder Unfallversicherung kombiniert haben. Denn in diesem Fall verlieren Sie den entsprechenden Versicherungsschutz, sodass Sie keine Leistungen erhalten, wenn Sie beispielsweise in der Folge berufsunfähig werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die echte Kündigung der Lebensversicherung. Der Versicherer zahlt Ihnen den sogenannten Rückkaufwert, also das angesparte Kapital plus Rendite minus der anfallenden Verwaltungskosten. In den ersten paar Jahren nach Vertragsabschluss ist der Rückkaufwert in der Regel geringer als die eingezahlten Beiträge. Aus diesem Grund lohnt es sich, vor der Kündigung die Höhe des Rückkaufwerts beim Versicherer zu erfragen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Des Weiteren können Sie Ihre Lebensversicherung verkaufen. Hierbei übertragen Sie den Vertrag an ein Unternehmen, das Ihre Beiträge übernimmt und später von der Auszahlung profitiert. Gerade wenn der Verkaufswert höher als der Rückkaufwert ist, ist diese Variante lukrativer als eine Kündigung.

In einigen Fällen ist es auch möglich, Lebensversicherungen zu widerrufen, im Falle einer fehlerhaften oder unvollständigen die Widerrufsbelehrung. Leider sind die Fristen bei vielen Verträgen schon überschritten. Dennoch kann es sich lohnen, den Rat der Verbraucherzentrale und gegebenenfalls eines Anwalts einzuholen.

Lebensversicherung: Nur wer vergleicht, kann sparen!