berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung

Sichern Sie Ihr größtes Kapital – die eigene Arbeitskraft

Die Berufsunfähigkeitsversicherung springt dann ein, wenn ein Berufstätiger seiner Arbeit aufgrund von körperlichen oder psychischen Problemen dauerhaft nicht mehr nachgehen kann. Da der Versicherungsschutz gegebenenfalls die Einkommensverluste von mehreren Jahrzehnten ausgleicht, gibt es beim Abschluss einiges zu beachten. Denn sowohl allgemein als auch in Hinsicht auf bestimmte Berufsgruppen gibt es wichtige Vertragsklauseln beziehungsweise Stolperfallen, die ein Laie nicht sofort erkennt.

Gesetzliche und private Absicherung bei Berufsunfähigkeit

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein Schutz vor den finanziellen Ausfällen bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit. Kann ein Arbeitnehmer, Beamter oder Selbständiger infolge eines Unfalls, einer schweren Erkrankung oder eines Nervenleidens den bisherigen Beruf nicht mehr oder nur noch teilweise ausüben, dann spricht man von einer Berufsunfähigkeit. Diese ist im Regelfall mit erheblichen Einkommensverlusten verbunden. Die monatliche Berufsunfähigkeitsrente gleicht diese Verluste aus und ergänzt gegebenenfalls die Leistungen aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente.

Was ist die Erwerbsminderungsrente?

Bei der Erwerbsminderungsrente handelt es sich um eine Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Nicht jeder Berufstätige, der berufsunfähig wird, hat Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente. Nur wer beispielsweise als sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt und die notwendigen Wartezeiten erfüllt hat, bekommt unter Umständen die Erwerbsminderungsrente. Dabei gilt nur derjenige als erwerbsgemindert, der nicht mehr für mindestens drei Stunden pro Tag arbeiten kann, beziehungsweise sechs Stunden bei halber Erwerbsminderung.

Eine Erwerbsminderung liegt nicht vor, wenn noch eine Tätigkeit in einem anderen Beruf als dem bisher ausgeübten möglich ist. Ein Chirurg, der aufgrund einer Arthrose nicht mehr operieren kann, ist beispielsweise noch in der Lage als Dozent oder der freien Wirtschaft in beratender Funktion tätig zu sein. Somit ist er nicht erwerbsgemindert, gilt aber als berufsunfähig.

Besteht Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, reicht diese meist nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Höhe der Leistungen ist abhängig von verschiedenen Faktoren, beispielsweise den bisher geleisteten Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Oft übersteigt die volle Erwerbsminderungsrente nicht einem Betrag von 30 bis 40 Prozent des bisherigen Bruttolohns. Dementsprechend gering sind die Leistungen, wenn nur eine halbe Erwerbsminderungsrente vorliegt.

Unterschied Erwerbsunfähigkeit, Erwerbsminderung und Berufsunfähigkeit

Die Begriffe Erwerbsunfähigkeit, Erwerbsminderung und Berufsunfähigkeit werden oftmals synonym verwendet. Gerade wenn es um die Inanspruchnahme von Sozial- oder Versicherungsleistungen geht, gibt es jedoch erhebliche Bedeutungsunterschiede. Erwerbsunfähigkeit liegt beispielsweise dann vor, wenn keinerlei berufliche Tätigkeit mehr möglich ist, auch nicht für eine begrenzte Stundenzahl. Kann der Betroffene noch bis drei oder sechs Stunden täglich arbeiten, handelt es sich um eine Erwerbsminderung. Berufsunfähigkeit liegt hingegen bereits dann vor, wenn die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einem Umfang von mindestens 50 Prozent nicht mehr auszuführen ist.

Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Im Regelfall leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn ein Arzt oder Gutachter feststellt, dass der Versicherungsnehmer seine bisherige Arbeit für mindestens sechs Monate nicht mehr zu mindestens 50 Prozent ausüben kann. Je nach Gestaltung des Versicherungsvertrags zahlt die Versicherung dabei auch rückwirkend Leistungen. Schließlich ist nicht immer zu Beginn einer Erkrankung klar, dass diese zu einer Berufsunfähigkeit führen wird. Kommt es zu einer dauerhaften Berufsunfähigkeit muss der Versicherte die vereinbarte Rente beim Versicherer beantragen. Dieser prüft dann anhand der ärztlichen Atteste und gegebenenfalls eigener Gutachten, inwieweit ein Leistungsanspruch besteht.

Ist eine Unfallversicherung statt der Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Viele Verbraucher wähnen sich mit einer privaten Unfallversicherung gut geschützt. Denn oftmals besteht der Eindruck, dass vor allem Unfälle zu einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit führen. Tatsächlich sind es aber vor allem Erkrankungen des Bewegungsapparats, zum Beispiel Rückenprobleme, oder psychische Belastungen wie Depressionen, die für eine Berufsunfähigkeit verantwortlich sind. Daher raten Experten zwar nicht vom Abschluss einer Unfallversicherung ab. Oftmals wird allerdings darauf hingewiesen, dass zum finanziellen Schutz der Arbeitsfähigkeit, die Berufsunfähigkeitsversicherung am sinnvollsten ist.

Auch Statistiken zur Berufsunfähigkeit bestätigen dies. Denn etwa jeder vierte Berufstätige wird bis zum Renteneinstieg berufsunfähig. Psychische Ursachen nehmen dabei stetig zu, während klassische Berufskrankheiten wie Staublunge oder Hauterkrankungen sowie Unfälle immer weniger Anteil haben. Bei der geringen staatlichen Unterstützung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht selten der einzig sinnvolle Schutz vor den finanziellen Folgen des Einkommensverlustes.

Wenn es Probleme mit dem Versicherer gibt: Rechtsschutz sorgfältig wählen

Leider kann es auch bei Berufsunfähigkeit Probleme mit dem Versicherer geben. Verweigert die Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen, dann hilft im Zweifelsfall nur der Gang vors Gericht. Menschen, die für diesen Fall mit einer Rechtsschutzversicherung vorsorgen wollen um sich vor den Gerichtskosten zu schützen, sollten darauf achten, den Rechtsschutz bei einem anderen Versicherer als der Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Ansonsten besteht im Streitfall ein Interessenskonflikt.

Das macht eine Berufsunfähigkeitsversicherung aus

Berufsunfähigkeitsversicherung: Auf die Leistungen kommt es an

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Vertrag ausreichende Leistungen bietet. Denn einigen Versicherungspolicen fehlen wichtige Vertragsbausteine oder einzeln e Klauseln können sich als Stolpersteine entpuppen. Wer die eigene Arbeitskraft absichern möchte, sollte daher folgende Tipps zu Berufsunfähigkeitsversicherung beachten.

Reicht die Berufsunfähigkeitsrente aus?

Die Höhe der vereinbarten Rente beeinflusst direkt die Beitragshöhe der jeweiligen Berufsunfähigkeitsversicherung. Einige Verbraucher entscheiden sich daher für eine eher geringe BU Rente, um dadurch Beiträge zu sparen. Kommt es dann allerdings tatsächlich zur Berufsunfähigkeit, reichen die Leistungen aus der Versicherung unter Umständen nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu decken. Daher ist es sinnvoll, eine Rentenhöhe mit dem Versicherer zu vereinbaren, die die finanzielle Versorgung im Leistungsfall garantiert. Experten raten hier zu einer Absicherung in Höhe von etwa 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens.

Achtung: Zu hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente ebenfalls nicht ausfallen. Viele Versicherer berufen sich hierbei auf eine „Angemessenheit“ von beispielsweise maximal zwei Drittel des letzten Bruttoeinkommens. Übersteigt die vereinbarte Rente diesen Betrag, kann der Versicherer unter Umständen die Rente kürzen oder verweigern.

Nachversicherungsgarantie und Dynamik

Im Normalfall steigt das Einkommensniveau mit der Zeit. Damit auch die Absicherung durch die Berufsunfähigkeitsversicherung auf dem neuesten Stand bleibt, sollten Verbraucher bei Abschluss des Vertrags auf eine Nachversicherungsgarantie achten. Diese ermöglicht es dem Versicherten, die Rentenhöhe im Nachhinein anzupassen, wenn ein besonderes Lebensereignis, wie Heirat, Geburt eines Kindes, Beförderung oder Jobwechsel, ansteht. Dabei sind jedoch Höchstgrenzen zu beachten. Wenn die vereinbarte BU-Rente bei Abschluss der Police schon nahe einer solchen Höchstgrenze ist, kann die Rentenhöhe später kaum noch erhöht werden – die Nachversicherungsgarantie erfüllt dann ihren Zweck nicht.

Gleichzeitig sollten Verbraucher daran denken, dass durch die Inflation die Kaufkraft der BU-Rente in der Regel schon nach wenigen Jahren deutlich nachgelassen hat. Damit die Leistung im Falle einer Berufsunfähigkeit noch etwas wert ist, kann eine Dynamik der Rente vereinbart werden. Dadurch steigt zwar auch die Beitragshöhe nach und nach an. Allerdings wird auch die Rentenhöhe angepasst, damit sie trotz Inflation nicht an Wert verliert.

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