Berufs­unfähigkeits­versich­erung

Sichern Sie Ihr größtes Kapital – die eigene Arbeitskraft

Die Berufsunfähigkeitsversicherung springt dann ein, wenn ein Berufstätiger seiner Arbeit aufgrund von körperlichen oder psychischen Problemen dauerhaft nicht mehr nachgehen kann. Da der Versicherungsschutz gegebenenfalls die Einkommensverluste von mehreren Jahrzehnten ausgleicht, gibt es beim Abschluss einiges zu beachten. Denn sowohl allgemein als auch in Hinsicht auf bestimmte Berufsgruppen gibt es wichtige Vertragsklauseln beziehungsweise Stolperfallen, die ein Laie nicht sofort erkennt.

Gesetzliche und private Absicherung bei Berufsunfähigkeit

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein Schutz vor den finanziellen Ausfällen bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit. Kann ein Arbeitnehmer, Beamter oder Selbständiger infolge eines Unfalls, einer schweren Erkrankung oder eines Nervenleidens den bisherigen Beruf nicht mehr oder nur noch teilweise ausüben, dann spricht man von einer Berufsunfähigkeit. Diese ist im Regelfall mit erheblichen Einkommensverlusten verbunden. Die monatliche Berufsunfähigkeitsrente gleicht diese Verluste aus und ergänzt gegebenenfalls die Leistungen aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente.

Was ist die Erwerbsminderungsrente?

Bei der Erwerbsminderungsrente handelt es sich um eine Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Nicht jeder Berufstätige, der berufsunfähig wird, hat Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente. Nur wer beispielsweise als sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt und die notwendigen Wartezeiten erfüllt hat, bekommt unter Umständen die Erwerbsminderungsrente. Dabei gilt nur derjenige als erwerbsgemindert, der nicht mehr für mindestens drei Stunden pro Tag arbeiten kann, beziehungsweise sechs Stunden bei halber Erwerbsminderung.

Eine Erwerbsminderung liegt nicht vor, wenn noch eine Tätigkeit in einem anderen Beruf als dem bisher ausgeübten möglich ist. Ein Chirurg, der aufgrund einer Arthrose nicht mehr operieren kann, ist beispielsweise noch in der Lage als Dozent oder der freien Wirtschaft in beratender Funktion tätig zu sein. Somit ist er nicht erwerbsgemindert, gilt aber als berufsunfähig.

Besteht Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, reicht diese meist nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Höhe der Leistungen ist abhängig von verschiedenen Faktoren, beispielsweise den bisher geleisteten Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Oft übersteigt die volle Erwerbsminderungsrente nicht einem Betrag von 30 bis 40 Prozent des bisherigen Bruttolohns. Dementsprechend gering sind die Leistungen, wenn nur eine halbe Erwerbsminderungsrente vorliegt.

Unterschied Erwerbsunfähigkeit, Erwerbsminderung und Berufsunfähigkeit

Die Begriffe Erwerbsunfähigkeit, Erwerbsminderung und Berufsunfähigkeit werden oftmals synonym verwendet. Gerade wenn es um die Inanspruchnahme von Sozial- oder Versicherungsleistungen geht, gibt es jedoch erhebliche Bedeutungsunterschiede. Erwerbsunfähigkeit liegt beispielsweise dann vor, wenn keinerlei berufliche Tätigkeit mehr möglich ist, auch nicht für eine begrenzte Stundenzahl. Kann der Betroffene noch bis drei oder sechs Stunden täglich arbeiten, handelt es sich um eine Erwerbsminderung. Berufsunfähigkeit liegt hingegen bereits dann vor, wenn die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einem Umfang von mindestens 50 Prozent nicht mehr auszuführen ist.

Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Im Regelfall leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn ein Arzt oder Gutachter feststellt, dass der Versicherungsnehmer seine bisherige Arbeit für mindestens sechs Monate nicht mehr zu mindestens 50 Prozent ausüben kann. Je nach Gestaltung des Versicherungsvertrags zahlt die Versicherung dabei auch rückwirkend Leistungen. Schließlich ist nicht immer zu Beginn einer Erkrankung klar, dass diese zu einer Berufsunfähigkeit führen wird. Kommt es zu einer dauerhaften Berufsunfähigkeit muss der Versicherte die vereinbarte Rente beim Versicherer beantragen. Dieser prüft dann anhand der ärztlichen Atteste und gegebenenfalls eigener Gutachten, inwieweit ein Leistungsanspruch besteht.

Ist eine Unfallversicherung statt der Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Viele Verbraucher wähnen sich mit einer privaten Unfallversicherung gut geschützt. Denn oftmals besteht der Eindruck, dass vor allem Unfälle zu einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit führen. Tatsächlich sind es aber vor allem Erkrankungen des Bewegungsapparats, zum Beispiel Rückenprobleme, oder psychische Belastungen wie Depressionen, die für eine Berufsunfähigkeit verantwortlich sind. Daher raten Experten zwar nicht vom Abschluss einer Unfallversicherung ab. Oftmals wird allerdings darauf hingewiesen, dass zum finanziellen Schutz der Arbeitsfähigkeit, die Berufsunfähigkeitsversicherung am sinnvollsten ist.

Auch Statistiken zur Berufsunfähigkeit bestätigen dies. Denn etwa jeder vierte Berufstätige wird bis zum Renteneinstieg berufsunfähig. Psychische Ursachen nehmen dabei stetig zu, während klassische Berufskrankheiten wie Staublunge oder Hauterkrankungen sowie Unfälle immer weniger Anteil haben. Bei der geringen staatlichen Unterstützung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht selten der einzig sinnvolle Schutz vor den finanziellen Folgen des Einkommensverlustes.

Wenn es Probleme mit dem Versicherer gibt: Rechtsschutz sorgfältig wählen

Leider kann es auch bei Berufsunfähigkeit Probleme mit dem Versicherer geben. Verweigert die Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen, dann hilft im Zweifelsfall nur der Gang vors Gericht. Menschen, die für diesen Fall mit einer Rechtsschutzversicherung vorsorgen wollen um sich vor den Gerichtskosten zu schützen, sollten darauf achten, den Rechtsschutz bei einem anderen Versicherer als der Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Ansonsten besteht im Streitfall ein Interessenskonflikt.

Das macht eine Berufsunfähigkeitsversicherung aus

Berufsunfähigkeitsversicherung: Auf die Leistungen kommt es an

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Vertrag ausreichende Leistungen bietet. Denn einigen Versicherungspolicen fehlen wichtige Vertragsbausteine oder einzeln e Klauseln können sich als Stolpersteine entpuppen. Wer die eigene Arbeitskraft absichern möchte, sollte daher folgende Tipps zu Berufsunfähigkeitsversicherung beachten.

Reicht die Berufsunfähigkeitsrente aus?

Die Höhe der vereinbarten Rente beeinflusst direkt die Beitragshöhe der jeweiligen Berufsunfähigkeitsversicherung. Einige Verbraucher entscheiden sich daher für eine eher geringe BU Rente, um dadurch Beiträge zu sparen. Kommt es dann allerdings tatsächlich zur Berufsunfähigkeit, reichen die Leistungen aus der Versicherung unter Umständen nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu decken. Daher ist es sinnvoll, eine Rentenhöhe mit dem Versicherer zu vereinbaren, die die finanzielle Versorgung im Leistungsfall garantiert. Experten raten hier zu einer Absicherung in Höhe von etwa 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens.

BU Rente nicht zu hoch wählen

Zu hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente ebenfalls nicht ausfallen. Viele Versicherer berufen sich hierbei auf eine „Angemessenheit“ von beispielsweise maximal zwei Drittel des letzten Bruttoeinkommens. Übersteigt die vereinbarte Rente diesen Betrag, kann der Versicherer unter Umständen die Rente kürzen oder verweigern.

Nachversicherungsgarantie und Dynamik

Im Normalfall steigt das Einkommensniveau mit der Zeit. Damit auch die Absicherung durch die Berufsunfähigkeitsversicherung auf dem neuesten Stand bleibt, sollten Verbraucher bei Abschluss des Vertrags auf eine Nachversicherungsgarantie achten. Diese ermöglicht es dem Versicherten, die Rentenhöhe im Nachhinein anzupassen, wenn ein besonderes Lebensereignis, wie Heirat, Geburt eines Kindes, Beförderung oder Jobwechsel, ansteht. Dabei sind jedoch Höchstgrenzen zu beachten. Wenn die vereinbarte BU-Rente bei Abschluss der Police schon nahe einer solchen Höchstgrenze ist, kann die Rentenhöhe später kaum noch erhöht werden – die Nachversicherungsgarantie erfüllt dann ihren Zweck nicht.

Gleichzeitig sollten Verbraucher daran denken, dass durch die Inflation die Kaufkraft der BU-Rente in der Regel schon nach wenigen Jahren deutlich nachgelassen hat. Damit die Leistung im Falle einer Berufsunfähigkeit noch etwas wert ist, kann eine Dynamik der Rente vereinbart werden. Dadurch steigt zwar auch die Beitragshöhe nach und nach an. Allerdings wird auch die Rentenhöhe angepasst, damit sie trotz Inflation nicht an Wert verliert.

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Abstrakte Verweisung

Die abstrakte Verweisung ist eine Klausel in Versicherungsverträgen, die sich sehr unangenehm auf Versicherte auswirken kann. Denn wird in der Police nicht eindeutig auf die abstrakte Verweisung verzichtet, dann hat der Versicherer die Möglichkeit, die Leistungen zu verweigern, wenn der Versicherungsnehmer noch in einem anderen als dem bisher ausgeübten Beruf arbeiten kann.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückerstattung

Einige BU-Tarife bieten nicht nur einen Risikoschutz, sondern ein Teil der Beiträge wird zum Kapitalaufbau genutzt. Entgegen des Namens heißt das allerdings nicht, dass Versicherte bei Vertragsende die gesamten Beiträge zurückerstattet bekommen. Sie erhalten vielmehr den Teil der Prämien, der zum Kapitalaufbau verwendet wurde sowie die Erträge, die damit erzielt wurden. Leider bietet diese Variante der Berufsunfähigkeitsversicherung mehr Nach- als Vorteile. So können Versicherte beispielsweise nicht jederzeit auf das angesparte Kapital zurückgreifen, zudem haben sie kaum Einblick oder Kontrolle darüber, wie das Geld angelegt wird. Viele Experten raten daher von den BU-Tarifen mit Beitragsrückgewähr ab.

Berufsunfähigkeitszusatzversicherung: Wann ist der Leistungsbaustein sinnvoll?

Den Schutz vor Berufsunfähigkeit gibt es nicht nur als eigenständige Police. Oftmals wird die BU auch als Zusatz zu anderen Versicherungen angeboten. Typisch ist beispielsweise die Kombination aus Berufsunfähigkeitsversicherung und Risikolebensversicherung oder Basisrente. Zwar lassen sich durch solche Kombi-Verträge gegenüber Einzelpolicen Verwaltungskosten sparen. Jedoch ist der Berufsunfähigkeitsschutz dann auch abhängig von der Hauptversicherung. Risikolebensversicherungen werden etwa häufig in jungen Jahren zum finanziellen Schutz der Familie abgeschlossen. Bis zum Renteneintritt laufen die wenigsten Policen. Aber gerade in den Jahren kurz vor der Rente ist das Risiko für eine Berufsunfähigkeit besonders hoch. Es ist daher ratsam, beim Abschluss einer entsprechenden Versicherung genau zu überlegen, ob die Kombination tatsächlich sinnvoll ist.

Wie hoch sind die Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Höhe der Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist viel stärker als bei vielen anderen Versicherungen von persönlichen Faktoren abhängig. Neben dem Alter werden beispielsweise der ausgeübte Beruf, gefährliche Hobbys und auch der individuelle Gesundheitszustand bei der Beitragsberechnung berücksichtigt. Daher lassen sich keine eindeutigen Aussagen zu den monatlichen Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung machen. Je nach Leistungsumfang, Rentenhöhe und den persönlichen Faktoren variieren die Prämien zwischen unter 50 Euro und teilweise mehreren hundert Euro pro Monat.

Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen

Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind auch abhängig vom Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers. Daher ist es erforderlich, dass beim Versicherungsantrag auch eine Reihe von Gesundheitsfragen beantwortet wird. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung wird hingegen in Deutschland derzeit nicht angeboten. Die Anbieter müssten sonst mit einem höheren Risiko kalkulieren und die entstehenden Kosten auf alle Versicherten umlegen – deutlich höhere Versicherungsprämien wären die Folge.

Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsfragen: Beispiele von Vorerkrankungen

Bei der Gesundheitsprüfung wird nach einer Reihe von Erkrankungen gefragt, die das Risiko für eine spätere Berufsunfähigkeit erhöhen. Dazu gehören beispielsweise Diabetes, Krebs, HIV/Aids, Bandscheibenvorfälle sowie Depressionen. Insbesondere letztere führen häufig zu einer Ablehnung des Antrags auf Berufsunfähigkeitsversicherung, da psychische Erkrankungen selbst Menschen in einem Beruf mit geringem Risiko betreffen können. Teilweise reicht es schon aus, einmal die Hilfe eines Psychologen oder Psychiaters in Anspruch genommen zu haben, damit der Versicherer den Antrag ablehnt.

Berufsunfähig durch Burnout?

Immer wieder ist in den letzten Jahren von Burnout die Rede. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern einen Symptomkomplex, dem andere Beschwerden, wie eine depressive Störung, zugrunde liegen. Betroffene werden daher nicht berufsunfähig durch Burnout sondern aufgrund anderer psychischer Probleme. Wichtig ist für Betroffene: Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt auch, wenn Depressionen oder Burnout Ursache für Berufsunfähigkeit sind.

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Welche Berufsunfähigkeitsversicherung ist die richtige für mich?

Berufsunfähigkeitsversicherung Tests und Testsieger

Wenn sich Verbraucher dazu entschließen, mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorzusorgen, stellen sie schnell fest, dass es eine Vielzahl von verschiedenen Tarifen gibt. Diese unterscheiden sich preislich, weisen aber auch unterschiedliche Leistungen und Vertragsbestandteile auf. Verschiedene Tests zur Berufsunfähigkeitsversicherung können dabei helfen, eine erste Vorauswahl unter den Angeboten zu treffen. Allerdings sollten die entsprechenden Ergebnisse mit Vorsicht genossen werden. Sogar namenhafte Institute wie die Stiftung Warentest wurden in der Vergangenheit dafür kritisiert, dass ihre Berufsunfähigkeitsversicherung Tests zu ungenau oder oberflächlich seien.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Stiftung Warentest vergibt überwiegend sehr gute Bewertung

Beim letzten BU Test der Stiftung Warentest wurden von 70 untersuchten Tarifen 40 mit „sehr gut“ bewertet (Finanztest Ausgabe 8/2015). Die Testsieger aus der Untersuchung eignen sich demnach für Verbraucher und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die besten sechs BU Tarife im BU Test der Stiftung Warentest

  • Provinzial Rheinland – SBU Top-SBV
  • Europa – SBU Vorsorge Premium E-B1
  • Condor – SBU C 80
  • HanseMerkur – SBU Profi Care
  • R+V – BUZ BR
  • R+V – SBU BV

Jedoch werden Tests zur Berufsunfähigkeitsversicherung immer anhand von Musterkunden durchgeführt. Das bedeutet, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung Testsieger nicht in jedem Fall zu den persönlichen Ansprüchen passen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich nicht nur auf Testergebnisse zu verlassen, sondern diese durch einen Vergleich mit einem Berufsunfähigkeitsversicherung Rechner oder einem individuellen Angebot zu ergänzen.

Beruf und Berufsunfähigkeitsversicherung: Was ist zu beachten?

Nicht jede Berufsunfähigkeitsversicherung bietet ausreichenden Schutz für jede Berufsgruppe. So sind beispielsweise Beamte durch eine normale Police nur unzureichend geschützt, denn sie können auch dienstunfähig werden. Daher muss eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte eine spezielle Dienstunfähigkeitsklausel enthalten.

Auch Selbständige treffen bei der Auswahl eines geeigneten Tarifs auf gewisse Hürden. Unternehmer mit eigenen Mitarbeitern insbesondere im Handwerk können selbst bei einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit ihren Betrieb soweit umstrukturieren, dass sie selbst nicht mehr mit anpacken müssen. Die Folge: Manch ein Versicherer verweigert ihnen Leistungen, wenn sie berufsunfähig werden. Daher ist es so wichtig, dass schon vor Abschluss einer Versicherung geprüft wird, ob diese sich auch für die eigene berufliche Situation eignet.

Während bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbständige oder Beamte auf verschiedene Vertragsbestandteile geachtet werden muss, müssen andere Menschen vor allem darauf achten, dass sie ihren Vertrag bei Bedarf anpassen können. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten und Schüler handelt es sich zum Beispiel in der Regel um eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit geringer Rente im Leistungsfall. Hier ist es sinnvoll, eine Police zu wählen, die später in eine echte Berufsunfähigkeitsversicherung umgewandelt werden kann und die darüber hinaus durch eine Nachversicherungsoption eine Erhöhung der Leistungen ohne erneute Gesundheitsprüfung ermöglicht.

Berufsunfähigkeitsversicherung und Berufswechsel

Sei es bei der Berufsunfähigkeitsversicherung für Lehrer, Ärzte oder Auszubildende – bei jeder Berufsgruppe gibt es wichtige Faktoren, die bei der Auswahl eines Tarifs beachtet werden sollten. Wie aber sieht es bei einem Berufswechsel aus? Grundsätzlich versichert die Berufsunfähigkeitsversicherung den zuletzt ausgeübten Beruf. Je nach Vertrag ist jedoch eine Meldung beim Versicherer notwendig, auch eine Beitragsanpassung ist in Einzelfällen möglich. Ob der Versicherer über einen Berufs- oder Branchenwechsel informiert werden muss, ist in den Versicherungsbedingungen des jeweiligen Vertrags festgeschrieben.

Wie findet man die beste Berufsunfähigkeitsversicherung?

Besonderheiten für jede Berufsgruppe, problematische Vertragsklauseln, unterschiedliche Leistungspakete – wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen und sich vor den finanziellen Folgen einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit schützen will, stellt schnell fest, dass es nicht einfach ist, den richtigen Tarif zu finden. Daher gilt es im ersten Schritt, mit einem Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich einen ersten Überblick über mögliche Angebote zu erhalten. Dazu müssen nur einige wenige persönliche Angaben, wie Alter, Beruf und Umfang der körperlichen Arbeit, in den Berufsunfähigkeitsversicherung Rechner eingegeben werden. Dieser berechnet auf Grundlage der Angaben geeignete Angebote sowie den zu erwartenden Versicherungsbeitrag für die gewünschte BU-Rente.
Dabei sollten Interessierte allerdings bedenken, dass diese Ergebnisse unverbindlich sind. Wer sich ernsthaft für eine Berufsunfähigkeitsversicherung interessiert, sollte zusätzlich zum Berufsunfähigkeitsversicherung Preisvergleich ein Angebot von einem Experten einholen. Dieser hilft nicht nur bei der Auswahl des persönlich am besten geeigneten Tarifs, sondern bietet auch Unterstützung beim Beantworten der Gesundheitsfragen und dem Ausfüllen des Versicherungsantrags.

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Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen und beziehen

Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente stellen

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt erst Leistungen, wenn die BU-Rente beantragt und die Berufsunfähigkeit durch einen Arzt oder Gutachter bestätigt wurde. Dabei kommt es nicht nur auf die Diagnose an, also welches Krankheitsbild der Berufsunfähigkeit zugrunde liegt, sondern auch auf die Prognose, also wie lange der Betroffene voraussichtlich seinem Beruf nicht mehr nachgehen können wird. Je nach Vertrag bedarf es meist einer BU-Prognose von sechs Monaten.

Wurde die BU-Rente beantragt, prüft der Versicherer gegebenenfalls die entsprechenden Angaben. Bei Zweifeln kann ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben werden, auch kann der Versicherer verlangen, Einblick in die Unterlagen der behandelnden Ärzte zu erhalten.
Nicht immer fällt das Urteil des Versicherers dabei zugunsten des Versicherten aus. So kann sich die Berufsunfähigkeitsversicherung Auszahlung verzögern beziehungsweise sogar ganz verweigert werden. In so einem Fall können sich Betroffene an den Versicherungsombudsmann wenden oder auch den Gang vors Gericht wählen.

Private Berufsunfähigkeitsrente: Ist Hinzuverdienst möglich?

Wer Leistungen aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente erhält, kann bis zu einem bestimmten Höchstbetrag arbeiten und einen Hinzuverdienst beziehen. Bei der privaten Berufsunfähigkeitsrente kann der Hinzuverdienst jedoch zur Stolperfalle werden. Denn unter Umständen kann der Versicherer dann mittels konkreter Verweisung auf den nun ausgeübten Beruf verweisen und eine weitere Zahlung der BU-Rente verweigern. Aus diesem Grund muss unbedingt vor Aufnahme einer neuen Tätigkeit geprüft werden, unter welchen Bedingungen ein Hinzuverdienst möglich ist.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Steuerlich absetzbar?

Wie viele andere Versicherungen können Verbraucher auch die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Steuererklärung angeben. Dabei ist die Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch nicht als Werbungskosten zu verstehen. Vielmehr ist sie beim Sonderausgabenabzug als „andere Versicherung“ anrechenbar. Leider ergeben sich dadurch in der Praxis nur selten echte Steuervorteile. Denn auch Ausgaben für die Kranken- und Pflegeversicherung werden unter diesem Punkt abgerechnet. Dabei gilt ein jährlicher Höchstbeitrag von 1.900 Euro für Angestellte oder 2.800 Euro für Selbständige. Allein durch die Krankenversicherung ist dieser Beitrag jedoch bei den meisten Berufstätigen schon ausgeschöpft.

Anders verhält es sich, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzversicherung zu einer Rürup-Rente abgeschlossen wird. Solange die Aufwendungen für die Altersvorsorge mehr als 50 Prozent des Versicherungsbeitrags ausmachen, kann die BU-Versicherung ebenfalls als Altersvorsorgeaufwendung steuerlich geltend gemacht werden. Hierbei gelten andere Obergrenzen. In der Steuererklärung 2015 sind die Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 22.172 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise 44.344 Euro (Ehepaare) zu 80 Prozent ansetzbar.

Berufsunfähigkeitsrente: Steuer abhängig vom Zeitpunkt der Berufsunfähigkeit

Kommt es zu einer Berufsunfähigkeit, dann müssen auf die Berufsunfähigkeitsrente auch Steuern aus dem Ertragsteil gezahlt werden. Wie hoch diese ausfallen, lässt sich nicht pauschal sagen, sondern ist unter anderem abhängig von der zu erwartenden Dauer der Rentenzahlungen.

Kündigung einer bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung und Wechsel

Lässt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen?

Leider gibt es nicht nur gute Berufsunfähigkeitsversicherungen auf dem Markt. Deshalb spielen manche Versicherte nach einigen Jahren auch mit dem Gedanken, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen, wenn beispielsweise der Vertrag Leistungsausschlüsse enthält, eine zu geringe BU-Rente bietet oder die Beiträge zu teuer geworden sind. In einigen Fällen ist es möglich, den Versicherungsvertrag anzupassen. So lassen sich manche Risikozuschläge nach einigen Jahren aufheben, wenn die entsprechende Erkrankung in der Zwischenzeit ausgeheilt ist und keinen Einfluss mehr auf das persönliche Berufsunfähigkeitsrisiko hat. Eine zu niedrige Rente kann gegebenenfalls durch die Nachversicherungsgarantie erhöht werden.

Die Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte auf keinen Fall unbedacht erfolgen. Denn der Abschluss einer neuen Versicherung ist häufig durch das gestiegene Eintrittsalter mit höheren Kosten verbunden. Wer nur einen finanziellen Engpass überwinden muss, kann die Berufsunfähigkeitsversicherung in Absprache mit dem Versicherer häufig auch zeitweise beitragsfrei stellen lassen und wieder aufnehmen, wenn sich die Situation verbessert hat. Ist das keine Option, so ist eine Kündigung problemlos möglich. Allerdings erhalten Versicherungskunden bei der Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ihr Geld zurück. Die Beiträge wurden schließlich gezahlt, damit sie innerhalb der Vertragslaufzeit finanziell abgesichert sind. Auch bei einer Versicherung mit Beitragsrückgewähr ist nur eine geringe Auszahlung zu erwarten.

Im Internet gibt es zahlreiche Vorlagen für Versicherte, die ihre Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen wollen. Im Prinzip reicht jedoch ein Schreiben (am besten per Einschreiben mit Rückschein), das die folgenden Angaben enthält:

  • Versicherungsscheinnummer
  • Kündigungsdatum (Laufzeit der Versicherung beträgt in der Regel ein Jahr, die Kündigungsfrist ein Monat), alternativ „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“
  • Anforderung einer schriftlichen Kündigungsbestätigung
  • Widerruf der Einzugsermächtigung/des SEPA-Mandats
  • Unterschrift des Versicherungsnehmers

Lohnt sich der Wechsel einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Ein Berufsunfähigkeitsversicherung Wechsel kommt vor allem dann in Frage, wenn die bisherige Versicherung noch nicht lange läuft, beziehungsweise der alte Vertrag nur sehr schlechte Leistungen bietet. Dann kann sich trotz des gestiegenen Alters ein Wechsel des Vertrags auszahlen. Die Versicherung sollte jedoch nicht gekündigt und gewechselt werden, wenn in der Zwischenzeit neue Vorerkrankungen aufgetreten sind. Denn in diesem Fall zahlt der Versicherungsnehmer beim neuen Versicherer meist höhere Beiträge. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die alte Versicherung erst kündigen, wenn der neue Versicherer den Versicherungsantrag bewilligt hat. Ansonsten besteht in der Zwischenzeit kein Schutz durch die Versicherung, wenn der Betroffene berufsunfähig wird.

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